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Gemeinde Geltendorf  |  E-Mail: gemeinde@geltendorf.de  |  Online: http://www.geltendorf.de

Die Gemeinde Geltendorf und ihre Ortsteile

Erste Funde, die von einer Besiedelung des Gemeindegebiets zeugen, gehen auf die Zeit um 2000 v. Chr. zurück. Im Raume Geltendorf sind dies Hockergräber der Steinzeit und neun erhaltene Hügelgräber der Bronzezeit. Im Bereich Walleshausen weisen eine Geweihaxt, kleine Hufeisen und ganze Pferdegerippe in diese Zeit. Die römische Besatzung ab 15 v. Chr. berührte die Fluren der Orte. Die "Brennerstraße" führte von Augsburg über Egling, Wabern, Hausen und Geltendorf weiter in Richtung Partenkirchen. Aufgefundene Münzen und dergleichen bestätigen dies.

 

Der Name Geltendorf wird auf den Namen des germanischen Ortsgründers Gelto oder Geltolf zurück geführt. Aus klanglichen Gründen dürfte die Endsilbe "-ing" verloren gegangen sein. Der Siedlungsform nach waren es Bajuwaren, die den Ort besiedelten. Der erste urkundliche Nachweis stammt aus dem Jahr 969. Es ist dies der Stiftungsbrief von mehreren Anwesen des Bischofs Ulrich von Augsburg an das Nonnenkloster St. Stephan in Augsburg. In diesem Brief ist auch eine Eigenkirche für den Ort genannt. Später waren die Klöster Wessobrunn, St. Ulrich in Augsburg, Benediktbeuren und die "Edlen von Phlaundorf" Eigentümer im Ort. Geltendorf gehörte bis zum ausgehenden 19. Jahrhundert zum Landgericht Landsberg. Erst mit der Gründung eines Landgerichts und einem Bezirksamt in Bruck an der Amper, dem heutigen Fürstenfeldbruck, kam es in einer "Gebietsreform" zur dortigen Verwaltung. 1972, mit der Landkreis- und Gemeindegebietsreform, kehrte Geltendorf sozusagen wieder nach Landsberg am Lech zurück.

 

Walleshausen wird als "Wagilineshusen" 912 erstmals in einem Güterverzeichnis des Klosters Wessobrunn genannt. Der Ortsname kommt von einer früheren Ausbausiedlung eines Sippen- oder Grundherrn "Wagelo" im 7./8. Jahrhundert. 1461 erwarb das Kloster Polling die Pfarrei Walleshausen. Erste Besitzrechte der Pollinger werden schon 1367 erwähnt. 1466 begann das Kloster Polling mit dem Bau der herrlichen Kirche Maria Himmelfahrt. Sie gehört wegen ihrer Ausstattung zu den kunstgeschichtlich bedeutendsten Baudenkmälern des Landkreis Landsberg am Lech und der weiteren Umgebung. Der barocke Zwiebelturm stammt aus dem Jahr 1695. Das Pfarrhaus, das zusammen mit der Kirche und dem ehemals befestigten Friedhof ein eindrucksvolles Ensemble bildet, wurde um 1710 durch Erweiterung eines älteren Unterbaus geschaffen.

In einer Urkunde des Klosters Wessobrunn wird Kaltenberg als "Kaltenberc" erstmals urkundlich erwähnt. Der Name bedeutet soviel wie "schlechter, wenig ertragreicher Boden". Der Name hat also mit den Kelten nichts gemein. Wie die Ortschaft zu diesem Namen kam, der ja gar nicht zum Ort paßt, bleibt im Dunkeln der Geschichte. Auf der Anhöhe, wo heute das Schloß steht dürfte zur Zeit der Römer schon ein Wachturm oder eine Niederlassung gestanden haben. Der weite Blick über das Tal des Paarursprungs und Funde lassen dies vermuten. Im Jahr 1292 wird eine von Herzog Rudolf erbaute Burg genannt. Das dritte Wappen rechts vom Eingang zum Schloß erinnert an die bairischen Herzöge, als Herren von Kaltenberg. Mehrfach fiel das Schloß Zerstörungen zum Opfer und häufig wechselten die Besitzer. 1955 ging das Schloß dann in den Besitz des Hauses Wittelsbach über. Die Elisabethkapelle wurde von Sigmund von Willibald im Jahre 1901/1902 als Ersatz für die Schloßkapelle neu erbaut und an die Gemeinde Kaltenberg übereignet. Die wertvolle Ausstattung der Kapelle, Teile sind im 17. Jahrhundert entstanden, stammt meistenteils aus der Schloßkapelle.

Auf einem Moränenrücken, nach Norden durch Wald abgeschirmt, liegt Hausen. In einem alten Sprichwort "In Hausen ist gut Husen" wird die herrliche Lage dieses Ortes zum Ausdruck gebracht. Ein offener Blick zur Alpenkette und über das Tal des Paarursprungs zeichnen den Ort aus. 1270 nennt eine Urkunde des Landgerichts Landsberg erstmals die Ortschaft. Die Klöster Fürstenfeld, St. Ulrich in Augsburg und Wessobrunn, die Frauenkirche in München, Landsberger Bürgerfamilien sowie die Hofmark Windach teilten sich Mitte des 18. Jahrhunderts den Besitz an den Höfen und Anwesen. 1803 entstand die selbständige Gemeinde als Graf Törring freiwillig auf die Leibeigenschaft für seine Besitzungen aufhob. Hausen konnte noch am besten von den 4 Gemeindeteilen seinen ursprünglichen, landwirtschaftlich geprägten Charakter bewahren.

 

Geltendorf heute

Mit dem Wandel in der Landwirtschaft und der verkehrsgünstigen Lage war es nur natürlich, daß die Gemeinde wächst. Zum einen will die große Zahl, der hier aufgewachsenen jungen Menschen auch hier wohnen bleiben und am Ort eine Familie gründen. Zum anderen wählen Bürgerinnen und Bürger von außerhalb, die Gemeinde gerne als ihr neues Zuhause.

Die Strukturen in den Orten verändern sich fortwährend. Waren noch in den 60-ziger Jahren dieses Jahrhunderts die Mehrzahl der Einwohner ausschließlich in der Landwirtschaft tätig, so sinkt dieser Teil der Bevölkerung rapide. Die Arbeitnehmer (Angestellte, Arbeiter, Beamte) machen jetzt den größeren Anteil an den Einwohnern aus. Allerdings konnte die notwendige Schaffung von Arbeitsplätzen am Ort nicht in dem Maß betrieben werden, wie es erforderlich ist. Dies aufzuholen ist die Aufgabe Nummer 1 in der Gemeinde. Fahren doch rund 2000 Personen täglich zu ihrem Arbeitsplatz, vorwiegend in München, von Geltendorf weg.

Für die Erweiterung der Volksschule und dem Bau von 2 Kindergärten hat die Gemeinde große Anstrengungen unternommen, um für die Kleinen gute Rahmenbedingungen zu schaffen. Das neueste "Kind" auf diesem Gebiet ist die Mittagsbetreuung im Schulhaus Geltendorf. Die vom Start weg sehr gut angenommen wird.

Die Einkaufsmöglichkeiten am Ort verbessern sich durch die vorhandenen Betriebe und durch die Entwicklung stetig.

 

100 Jahre Bahnlinie
Augsburg – Mering – Geltendorf – Ammersee – Weilheim

Die Strecke von München nach Buchloe und weiter ins Allgäu wurde 1873 in Betrieb genommen. Bahnhöfe an dieser Bahnlinie gab es in Türkenfeld und in Schwabhausen. Geltendorf wurde nur in seinem südlichsten Teil berührt. Einen Zughalt gab es hier nicht. In Augsburg und in den Orten am Ammersee regte sich schon zu dieser Zeit Interesse an einer Verbindung von Augsburg zum Ammersee und weiter nach Weilheim. Das Interesse wurde noch gestärkt, da die Bahnlinie von Weilheim nach Garmisch als Verlängerung der Linie von München näher rückte. Damit war eine Verbindung von Augsburg nach Garmisch, ohne Umweg über München greifbar geworden.

Eine Vielzahl von Varianten wurden bis zum endgültigen Bau der Bahnlinie diskutiert und geplant. Ob über Landsberg oder über Türkenfeld, Widerstände gab es genügend. Erst mit dem Eingreifen des neu gegründeten Klosters St. Ottilien kam die Planung voran. Das Kloster stellte für die 3 km Strecke den notwendigen Grund kostenlos zur Verfügung. 1895 konnte die Linienführung von Mering über Walleshausen, Kaltenberg, Geltendorf und St. Ottilien zum Ammersee beschlossen werden. Die damaligen Gemeinden nahmen eine hohe Belastung auf sich um den Bau der Bahnlinie zu ermöglichen. Sie mußten den Grunderwerb für die Bahnlinie und die Nebenanlagen aufbringen. Zudem waren die Gemeinden gefordert die Straßen- und Wege-Überführungen zu finanzieren. Mit der Fertigstellung der Anlagen und der Inbetriebnahme der Bahn im Jahre 1898 stellte sich auch dann ein Nutzen für die Gemeinden und ihre Bürger ein. Die landwirtschaftlichen Produkte konnten leichter versandt werden. Baumaterial, Maschinen, Dünger und weitere Waren erreichten die Orte schneller und weniger aufwendig. Besonderen Nutzen konnte Geltendorf aus diesem Bahnbau ziehen. Der Haltepunkt Kaltenberg lag zwar näher und mit besseren Wegen erreichbar als der neue Bahnhof Geltendorf zum Ort; aber der Bahnhof war auch ein Haltepunkt in der Bahnlinie von München über Buchloe ins Allgäu.

Betrachten wir die alten Katasterpläne von Geltendorf, Kaltenberg und Walleshausen aus der Mitte des vorigen Jahrhunderts und vergleichen sie mit denen von etwa 1910, so ist schon aus der kurzen Zeitspanne ersichtlich, daß sich in den Orten eine stärkere bauliche Entwicklung abzeichnete. Eine Entwicklung, die mit einem Auf und einem Ab bis heute anhält.

 

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